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Der Dachs

Fortpflanzung

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Dachse pflanzen sich das ganze Jahr über fort, der Höhepunkt ist jedoch im Februar, nach der Geburt der Jungtiere. Das Weibchen ist dann 4-6 Tage läufig und kann sich mit mehreren Rüden paaren. Das dominante Männchen der Gruppe wird dies allerdings zu verhindern suchen und ist in dieser Zeit äußerst territorial.
Der Paarungsakt dauert zwischen 10 und 90 Minuten.

Wie bei einigen anderen Gattungen der Marderartigen, hat die Dächsin eine verlängerte Tragezeit, da sich die Eizelle nicht unmittelbar nach der Befruchtung in die Gebärmutterschleimhaut einnistet (Keimruhe). Im Prozess der Embryonalentwicklung entsteht zunächst nur die Blastocyste (Keimblase), die bis zum Winter ruht. Im Herbst frisst sich das tragende Weibchen Fettreserven an, bevor mit der kalten Jahreszeit die Nahrungsknappheit einsetzt. In diese Reserven reichern sich auch Hormone an. Mit dem Verbrauch jener Rücklagen werden die Hormone wieder ausgeschüttet, gelangen in die Blutbahn und sorgen bei ausreichender Konzentration dafür, dass sich die Blastocysten nun endgültig in die Gebärmutterschleimhaut einnisten.
Anfang Dezember bis Mitte Januar beginnt dann die eigentliche Tragzeit von ca. 45 Tagen.
Störungen, wie vergleichsweise das Betreten des Baues durch Menschen oder Hunde, Waldarbeiten auf dem Dachsbau oder auch nur in seiner Nähe, führen bei Dachsen zu einem solchen Stress, dass es schnell zu Schwangerschaftsabrüchen kommt, oder die Blastocysten wieder in die Blutbahn aufgenommen werden (Resorption). Schon geborene Jungtiere werden unter Umständen von den gestressten Erwachsenen totgebissen.

Dachse bekommen einmal im Jahr Nachwuchs. Sie kommen im Februar zu Welt, bei einer Wurfgröße von 1 bis 5 Jungtieren. In 52% der Fälle überleben gerade einmal 2 Junge nur die ersten acht Wochen nach der Geburt.
In der Regel wird nur das dominante Weibchen trächtig, lässt es jedoch der Lebensraum zu, werden auch mal zwei Würfe geboren. Die Jungtiere spielen dann zusammen und wachsen nebeneinander auf, werden aber nur von ihrer eigenen Mutter gesäugt. Stirbt ein Muttertier, z. B. Im Verkehr, sind die verwaisten Jungen ohne Eingreifen von Menschen, nicht überlebensfähig.
Wird ein Wurf verloren, wird kein (anderes) Weibchen mehr in diesem Jahr trächtig werden, da Junge nur im Februar zur Welt kommen. Es wird ein Jahr ohne Nachwuchs geben.
Junge Dachse spielen "Bockspringen", Ringen, klettern über Äste und (umgefallene) Bäume und laufen einander nach um einen Strauch oder Baum (ein Spielbaum).
Spielplatz
Bei der Geburt wiegen die Jungen lediglich 75 bis 130 g, bei einer Länge von gerade mal 12 cm. Die charakteristischen Streifen am Kopf sind oft schon sichtbar. Die Kleinen sind in dieser Zeit besonders verwundbar. Ihre Augen sind noch verschlossen und sie sind noch nicht in der Lage ihre Körpertemperatur selbst zu regulieren. Sie sind zu diesem Zeitpunkt vollständig auf ein warmes Nest, das weich gefüllt ist, und die Wärme ihrer Mutter angewiesen.

Inzwischen ist wieder die Paarungszeit angebrochen und die Männchen außerordentlich aktiv. Kommt das Männchen in die Höhle um sich dort zu paaren, besteht die Möglichkeit, dass die Jungtiere in der unterirdischen Kammer zerdrückt oder gequetscht werden. Das Weibchen wird ihn deshalb meist verjagen, in einen anderen Teil des Baues, oder gelegentlich gar bis in einen Nebenbau, um ihren Nachwuchs zu schützen.

Nach 5 Wochen öffnen sich die Augen der kleinen Dachse und sie beginnen vorsichtig die unterirdischen Gänge und Kammern auszukundschaften. In dieser Zeit verrichten sie ihre Notdurft auch noch in der Höhle. Reinlich, wie der Dachs nun mal von Natur aus ist, passt ihm das gar nicht und die Weibchen haben "alle Pfoten voll zu tun", neues Nestmaterial zu besorgen um die Kammer frisch auszupolstern. Gras, Stroh, Blätter und Moos werden dazu zwischen Vorderpfoten, Kinn und Brust geklemmt und so rückwärtslaufend zur Höhle geschleppt. Die Jungen machen ihre ersten Erfahrungen mit der Außenwelt durch neue Gerüche und kleine Tiere die im Nestmaterial sitzen.

Ende April sind die Jungen 8 Wochen alt und sie kommen zum ersten Mal, unter strenger Aufsicht der Mutter, aus ihrer Höhle. Mutter ist dabei äußerst aufmerksam und wittert sie auch nur die geringste Gefahr, verschwinden sie wieder unter der Erde. Sie werden nun langsam an feste Nahrung gewöhnt und verrichten auch ihr Geschäft nun außerhalb des Baues.

Bis zur 12. Woche werden die Kleinen noch gesäugt. Eine gefährliche Zeit für das Muttertier, muss sie doch ausreichend Nahrung aufnehmen um Milch geben zu können. Sie unterbricht trotzdem 3 bis 4 Mal am Abend die Nahrungssuche um zum Nest zurückzukehren. Zwangsläufig muss sie dabei Straßen kreuzen die durch ihr Territorium verlaufen. Das Risiko im Verkehr umzukommen oder verletzt zu werden ist dadurch recht hoch. Die Jungen sind in den ersten drei Monaten vollständig auf Muttermilch angewiesen und sind, ohne Eingreifen von Menschen, nach dem Tod der Mutter sicher dem Hungertod ausgeliefert.
Dieser geschwächte junge Dachs wurde zufällig durch ein Mitglied des Arbeitskreises gefunden. Er wurde schnellstmöglich zum Dachs-Auffangzentrum von "Das en Boom" in Beek-Ubbergen (NL) gebracht und später erfolgreich in den Loonse en Drunense Duinen ausgewildert.
Mit der 12. Lebenswoche erforschen die kleinen Dachse nun neugierig die Gegend auf und um ihren Bau. Sie sind nun stark genug, um ausgelassen miteinander oder anderen Dachsen des Klans zu spielen. Man sieht sie nun rund um den Bau herumtollen.

Im Alter von 15 Wochen (im Juni) werden die Kleinen selbstständig. Ihr Gewicht beträgt dann schon ca. 5,5 kg. Im Herbst beginnen sich viele Jungtiere dann nach einem neuen Lebensraum oder einem Partner umzusehen. Häufig unter "leichtem Druck" der Eltern, wenn sie einen Nahrungsmangel in ihrem derzeitigen Territorium befürchten.

Die Jungen können sich dann im folgenden Frühjahr, wenn sie 1 Jahr alt sind, fortpflanzen. Ihr Nachwuchs wird, aufgrund der verlängerten Tragezeit, geboren, wenn sie selbst 2 Jahre alt sind.